Haus Behrens

Entwurf:1901Fertig­stellung:1901

Künstler:Peter Behrens (1868 – 1940)

Das für die Aus­stellung 1901 erbaute Künstler­haus wurde von dem Maler und Graphiker Peter Behrens als seine erste Architektur selbst entworfen und auch im Innern vollständig nach seinen Plänen gestaltet und ein­gerichtet.

Die drei­stöckige Villen­architektur mit einem annähernd quadrat­ischen Grundriss wirkt durch das in dieser Region un­gewöhnliche Material rotbrauner Eisen­klinker und grüng­lasierter Verblend­ziegeln markant und innovativ zugleich. Die hellen ornament­losen Putzflächen dazwischen bilden einen reizvollen Kontrast zu dem eigen­willigen Einsatz dieser Baukeramik. Die hohen ge­schweiften Giebel im Norden und Westen verleihen dem Gebäude einen nahezu sakralen Charakter.

Der Haupt­eingang ist repräsent­ativ zur Straße gelegen. Tief gräbt sich das dunkle Portal in die gestufte Klinker­rahmung. Seine Ornamentik mit stilisier­ten Adler­flügeln verweist auf die Philo­sophie von Friedrich Nietzsche. Über dem Fenster­sturz im Westen unter­streicht eine Inschrift: Steh’ fest mein Haus im Weltgebraus das Pathos dieser Künstler­villa.  Aus dem Speise­zimmer konnte man auf eine Terrasse ins Freie treten, von der aus eine Treppe in das nach Süden hin abschüssige Gelände führte. In Erweiterung des Hauses plante auch Behrens sein Gartenreich als eine Einheit mit der Architektur.

Auch das Innere wurde von Peter Behrens bis ins Detail geplant. Besonders kraftvoll fiel das Musik­zimmer mit schweren dunklen Möbeln und aufwendig inszen­ierter Innen­ausstattung aus. Im an­grenzenden Speise­zimmer dagegen brachte das weiße Mobiliar und einige tiefrot gestaltete Details eine heitere Note in das in allen Räumen gestaltete Haus des Künstlers Behrens. Ein Teil dieser Raum­gestaltung wird heute im Museum Künstler­kolonie aus­gestellt.

Das Haus Behrens wurde 1944 beschädigt und brannte aus, die Außenmauern mit den Klinker­lisenen und der grünen Baukeramik sind jedoch erhalten.