Wasser­becken

Entwurf:1913 - 1914Fertig­stellung:1914

Künstler:Albin Müller (1871 – 1941)

Für die Aus­stellung 1914 griff Albin Müller (1871-1941) die als Skizze über­lieferte Idee Joseph Maria Olbrichs auf, der Russischen Kapelle ein großes Wasser­becken vorzulagern. Der 1899 geweihte Kirchenbau steht stilistisch als Einzel­phänomen in der zwischen 1901 und 1914 erbauten Künstler­kolonie, er sollte mit dieser Außenanlage in das Ensemble eingebunden werden.

Das von einem niedrigen Mauerrund gefasste Wasser­becken nimmt mit den gedrungenen kanne­lierten Säulen Bezug auf den Eingang der Kapelle. Zudem spiegeln die glasierten Boden­fliesen motivisch und farblich die Gestaltung des Majolika­frieses der Kapelle wieder. Sie bilden ein farben­frohes Lilien­muster, weshalb diese Außenanlage auch „Lilien­becken“ genannt wird. Zudem verweisen die beiden von Bernhard Hoetger ent­worfenen Figuren „Maria und Josef – Ruhe auf der Flucht“ am östlichen Rand der Anlage auf das sakrale Gebäude dahinter.

Die 1962 vor­genommene Um­gestaltung der Wegeführung im Stil der Nach­kriegs­moderne wurde 1998-2004 wieder auf die Planungen von 1914 rückgeführt und die Umfassungs­mauern 2001 wieder her­gestellt. Die ur­sprünglich von der Firma Gail in Gießen her­gestellten Fliesen wurden 1992 erneuert.