Einmaliges schützen und erhalten

Das Welt­erbeübereinkommen der UNESCO

Das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt“ (Welterebeübereinkommen) wurde 1972 von der General­konferenz der UNESCO verabschiedet. Hinter diesem Abkommen steckt die Idee „…dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außer­gewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welt­erbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“. Es ist das bedeutendste Instrument, das jemals von der Völker­gemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 193 Staaten das Übereinkommen ratifiziert, darunter im Jahr 1976 auch Deutsch­land.

Als Weltnaturerbe werden einzigartige Natur­phänomene, als Welt­kultur­erbe einzigartige menschliche Kultur­leistungen bezeichnet. Diese einzigartigen Orte werden in der Welt­erbeliste der UNESCO festgehalten. Auf dieser Liste stehen derzeit 1.073 Stätten aus 167 Ländern; von Natur­landschaften bis geologischen Formationen über Kultur­landschaften und Kulturgüter. Davon befinden sich 41 dieser Welt­erbestätten in Deutsch­land (Stand 2017). Voraus­setzungen für ihre Aufnahme auf die Welt­erbeliste sind vor allem ihr außer­gewöhnlicher universeller Wert, ihre Unver­sehrtheit und die Gewähr­leistung ihres Schutzes“.  Wer es auf die Welt­erbeliste geschafft hat, erhält dadurch eine Art Gütesiegel der Welt­erbekonvention.

Mehrfach hat die UNESCO den Begriff „außer­gewöhnlicher universeller Wert“ genauer gefasst, indem sie seit 1976 zehn Kriterien formuliert hat, von denen eine Welt­erbestätte eines oder mehrere erfüllen muss. Zusätzlich muss eine Stätte „unversehrt“ und „echt“ sein, so dass ihre ur­sprüngliche Substanz, ihre Geschichte und ihre Beispiel­haftigkeit erkennbar sind und bleiben. Wenn Vertrags­staaten die Aufnahme von Welt­erbestätten innerhalb ihrer Grenzen beantragen, erkennen sie damit die weltweite Bedeutung dieser Stätten an und verpflichten sich dazu, sie zu erhalten.

Über die Aufnahme  auf die Welt­erbeliste entscheidet das Welt­erbekomitee. Zuvor muss jedoch der ent­sprechende Vertragsstaat einen Vorschlag zur Aufnahme auf die sogenannte Tentativliste machen. Ein Platz auf der Tentativliste ist somit die Voraussetzung, um überhaupt eine Bewerbung für die UNESCO-Welt­erbeliste erarbeiten zu können.

In Deutsch­land wird die Zusammen­setzung der Tentativliste von der Kultus­minister­konferenz koordiniert. Aktuell wurde eine neue Liste am 12. Juni 2014 beschlossen und wird ab 2016 durch die jährlichen Nominierungen aus den Bundesländern sukzessive abgearbeitet. Hessen hatte sich mit der Künstler­kolonie Mathildenhöhe in Darmstadt, mit der Universitäts­stadt Marburg und mit der Kurstadt Wiesbaden beworben. Die „Künstler­kolonie Mathildenhöhe Darmstadt“ wurde in die neue Tentativliste auf­genommen und eine Entscheidung über die Aufnahme in die Welt­erbeliste ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Weitere Informationen

Mehr zur Arbeit der UNESCO finden Sie hier:

www.unesco.de